Konzept "Theos Wiese"


Pädagogisches und umweltpädgogisches Konzept:

„Jugendliche erleben ihre eigene Kraft“


 

Projektorientiertes Lernen und Arbeiten

 

SchülerInnen im Jugendalterhaben spezielle Bedürfnisse, denen durch eine schlichte Fortführung der Grundschulpädagogik nicht Rechnung getragen wird.

 

In dieser Entwicklungsphase soll die Abnabelung vom Elternhaus stattfinden. Die Kinder sollen Selbstwirksamkeit im nach wie vor geschützten Raum erfahren und erkennen, dass sie selbst Dinge in die Hand nehmen und so etwas bewegen können. Es geht darum, echte Fragen zu stellen und reale Probleme zu lösen und etwas zu erschaffen, das es so vorher noch nicht gegeben hat.

 

Erweitertes Konzept und angepasste Organisation für den Unterricht

 

Diese Bedürfnisse erfordern eine Entschulung des Lernens und die Konzentration auf praktische Arbeiten. Diese sollen in und mit der Natur erfolgen, da ihnen hier der passende Entwicklungsraum geboten wird. Hier erleben die Heranwachsenden Freiheit, aber auch Ruhe, überwinden Widerstände und können oftmals bis dahin noch unerkannte Fähigkeiten ent-wickeln und zeigen.

 

Wirklichkeitsnahe Berufsbilder erleben

 

Sehr wichtig hierbei ist die Einbeziehung von Experten, wie zum Beispiel Landschaftsgärtnern, Landwirten und Tischlern, aber auch Fachleuten für Planung oder Werbung. Hierdurch entstehen neue Vorbilder, eventuell sogar neue Vorstellungen über das spätere Berufsleben, und die Schüler fühlen sich in ihrem Tun ernstgenommen und unterstützt.


„Jugendliche erleben Natur und erfahren, woher die Nahrungsmittel kommen“

Umweltbildung nimmt an den Schulen einen eher kleinen Raum der jährlichen Unterrichtszeit ein. Mit unserem fächerübergreifenden Unterricht in den Klassenstufen 7 und 8 wollen wir an unserer Schule durch Arbeiten mit Tieren und in unserem Garten zur Umweltbildung beitragen. Zwei von vier oder fünf Klassen nehmen an dem Projekt teil, wobei dieser fächerübergreifende Unterricht langfristig angelegt und fester Bestandteil des Schulkonzeptes an unserer Schule ist. Die SchülerInnen können die Teilnahme wählen. Der umweltpädagogische und pädagogische Nutzen ergibt sich auf folgende Weise: Anders als bei Vor- und Grundschulkindern ist die Neugierde bei SchülerInnen zwischen 13- bis 15-jährigen mehr zielgerichtet und weniger auf Entdecken von Unbekanntem und spielen ausgerichtet. Wir wollen mit der Arbeit in der Natur, in Theos Garten, auf Theos Wiese mit Tieren den SchülerInnen die Möglichkeit geben, lebenspraktische Erfahrungen zu machen. Dies geschieht durch Projekte, die die Schülerinnen sich selbst definieren und planen. So erfahren sie durch eigenes Tun, dass sie was „Echtes“ erreichen können, etwas, was es vorher so noch nicht gegeben hat. Sie lernen mit Misserfolgen umzugehen und Alternativen zu finden, und werden so auf das Erwachsenenalter vorbereitet. Der Lernort Natur bietet die Möglichkeit, den Schülerinnen, die sich viel mit Smartphones und Computern beschäftigen und in sozialen Netzwerken und „virtuellen Welten“ unterwegs sind, die Grundlagen des Lebens exemplarisch erlebbar zu machen, zu zeigen dass wir in und von der Natur leben: Wie geht Gärtnern oder Tierhaltung, woher kommen unsere Lebensmittel, hier aus dem Garten, wie kann man diese anbauen, pflegen, gegen „Unkraut“ angehen? Wie kann man sie zubereiten, wie schmecken sie? Der Lernort Natur bietet aber auch die Freiheit, nach der sich Jugendliche in dieser Entwicklungsphase sehnen, aber auch Ruhe finden.

Derzeit haben für vier Tierprojekte (Wildpferde, Wildschafe, Kaninchen, Bienen/Imkern), vier Gartenprojekte (Obst, Gemüse, Kräuter, Kompost) und einige Unterstützungs-projekte (Baugruppe, Marketing/Werbung, Container).



Wie alles anfing

 

Seit dem Schuljahr 2014/2015 gibt es an der Theodor-Heuss-Gemeinschafs-schule in Preetz das Projekt „Theos Wiese“. Zwei mittlerweile achte Klassen arbeiten unter Anleitung von vier Lehrerinnen und unterstützt durch mehrere „Experten“ zwei Mal die Woche je anderthalb Stunden an verschiedenen Projekten, die sie selber entwickelt haben.

 

Theos Wiese

 

Schauplätze sind die „Galloway-Koppel“, ein etwa zwei Hektar großes Landschaftsschutzgebiet am Lanker See, sowie der alte Schulwald und der Wehrberg, ein historischer Bürgerpark. Hier arbeiten die Jugendlichen in Gruppen von jeweils zwei bis sechs SchülerInnen an einer Pferdehaltung, der Anlage eines Gartens mit Obst, Gemüse, Kräutern und Blumen, einer Kompostanlage und einem Insektenhotel. In diesem Schuljahr fanden sich eine Bienen-, eine Kaninchen- und eine Marketinggruppe neu zusammen.

 

Was bisher geschah

 

Zum jetzigen Zeitpunkt stehen sechs Hochbeete mit Gemüse, ein fast fertig gestelltes Insektenhotel und ein Komposter. An der Geltinger Birk warten außerdem zwei Wildponys auf ihr neues Zuhause auf Theos Wiese.

 

Wir werden unterstützt

 

Unterstützt werden wir durch das Umweltamt der Stadt Preetz, zwei seniorTrainerinnen, einen ortsansässigen Landschaftsgärtner, das Umwelt-büro sowie einen professionellen Kameramann. Für das nächste Schuljahr wird eine Kooperation mit NABU angestrebt sowie eine vertiefte Zusammenarbeit mit der Stadt. Auch weitere seniorTrainerinnen kommen eventuell dazu. Weitere Unterstützer sind immer herzlich willkommen.

 

Was wir brauchen

 

Bisherige Kosten wurden zu großen Teilen von der Stadt übernommen, u.a. für die Hochbeete. Durch Spenden, die die Gruppen in der Stadt eingeworben haben, konnten kleinere Anschaffungen, wie Saatgut, Wathosen und Ähnliches finanziert werden. Auch ein „Biotoptopf“ der Schule und der Förderverein steuern Geld bei. Weitere finanzielle Hilfe ist aber dringend notwendig.

 

Um eine Langfristigkeit auch in finanzieller Hinsicht zu gewährleisten, wird ein eigener Verein gegründet, für den wir noch Mitglieder suchen. Zudem sind die Jugendlichen dabei, einen Patenstamm aufzubauen, der sie in der Betreuung des Gartens und der Tiere und vor allem auch in den Ferien unterstützt. Es ist außerdem angedacht und angestrebt, diese Art der Projektarbeit in Form eines besonderen Profils an der Schule zu etablieren.